HP-UX Betriebssystem (Unix)

908 Wörter [ 41 Versionen ] [ 2 Weblinks ] - Aktualisiert: 2016-10-16 Seite erstellt: 2003-09-12 [SB]



HP-UX

HP-UX basiert auf dem UNIX System V Release 4 und wurde von HP für die RISC Architektur von Motorola entworfen. Es ist ein reines Server Betriebssystem mit hoher Verfügbarkeit und flexiblem Speicher- und Sicherheitsmanagement.

HP-UX ist für den Einsatz in Unternehmen mit einer Vielzahl an Tools zum Monitoring (Kosten, Auslastung) sowie zur Protokollierung und Visualisierung ausgestattet. Neben der Basisversion gibt es die Enterprise Edition mit Ressourcenmanagement und die Mission Critical Edition für Unternehmens kritische Anwendungen mit höchster Verfügbarkeit und Sicherheit. Dieses Betriebssystem verfügt über ein eingebautes Host Intrusion Detection (H-IDS). Eingesetzt wird es für Content Server, Web Server, Datenbanken oder auch für Cluster Systeme.
Als GUI stehen das VUE (Visual User Environment) und CDE zur Verfügung, letztere ist seit der HP-UX Version 10.20 die Standard GUI. HP entwickelt HP-UX 11i Version 4 und plant HP-UX 11i Version 5 als längerfristiges Ziel. HP-UX 11i Version 3 soll noch im Herbst 2006 fertig sein. Die PA-RISC-Plattform soll bis 2012 eingestellt werden, dafür wird die Migration auf Itanium HP Systeme durchgeführt.

HP-UX 11i Version 3 (Release Februar, 2007) bietet im Durchschnitt eine um 35 Prozent höhere Leistung als die Vorgängerversion auf Itanium-Systemen. Verbesserungen im Sicherheitsmanagement, integriertes Multi-Pathing für den Zugriff auf das selbe Speichersystem mit redundanten Controllern und die parallele Verwendung von HP zertifizierten Betriebssystemen gehören zu den Neuerungen. Mit Hilfe des Serviceguard und den Integrity Virtual Machines ist ein Cluster-Verbund erstellbar. Insgesamt kann HP-UX 100 Petabyte (100.000 TByte) an Speicher adressieren.

- Betriebssystem für 32-Bit und 64-Bit Systeme
- Dateisystem und max. Dateigröße bis 2 TByte
- max. 256 GByte RAM adressierbar
- Dateisysteme: VxFS, JFS, HFS, LIF, ohne Format: FAT, UFS, BFFS, NFS
- SMP fähig bis zu 128 CPUs
- Software Entwicklung: Java (portiert), C/C++, Fortran 90, COBOL, Perl
- EAL4-CAPP zertifiziert #1
- TCSEC-2 zertifiziert #2
#1 Evaluation Assurance Level 4, Controlled Access Protection Profile
#2 Trusted Computer System Evaluation Criteria Class C2 (ohne ACLs und Boot Authentifizierung)

- PA-RISC (wird eingestellt), Itanium und Alpha Systeme
- HP9000/500 Server Familie, bis zu 7 CPUs
- HP9000/300 Workstation Familie
- HP9000/400 Familie (Apollo)

Dateistruktur von HP-UX

/ Root-Verzeichnis
/dev Gerätedateien
/etc Konfigurationsdateien
/export File sharing
/home Beinhaltet Benutzerverzeichnis
/lost+found
/mnt Mount Verzeichnis
/net NFS Mount Verzeichnis
/opt, /var/opt Zusätzliche Software
/sbin Systemprogramme
/stand Kernel Verzeichnis
/tmp Temporäre Dateien
/usr Anwendungsprogramme
/lib Bibliotheken
/var Verschiedenes, einige Logdateien



Tru64 UNIX

Entwickelt wurde dieses UNIX Derivat von der Firma DIGITAL für die Alpha Plattform. Ursprünglich ging es aus dem Betriebssystem OSF/1 hervor und wird auch DUNIX (DIGITAL UNIX) genannt. Zum Einsatz kommt es auf AlphaServern und HP TruCluster Servern. Tru64 Unix wurde für den Sicherheitslevel C2 zertifiziert und verfügt über ACLs.

- 64-Bit Betriebssystem
- Dateisystem und max. Dateigröße bis 16 TByte
- bis zu 256 GByte RAM adressierbar
- benötigt mindestens 128 MByte RAM, 1 GByte Festplattenspeicher
- basiert auf Mach 2.5 Kernel Design, BSD 4.3/4.4 Technik und UNIX System V
- AdvFS Dateisystem (Advanced File System) mit Journaling Funktion
- bis zu 256 Datenträger je AdvFS Domain, max. 231 Dateien
- Dateisysteme AdvFS, UFS, NFS, MFS, ISO-9660, UDF
- SMP Unterstützung
- X11 R6.5 Window Manager, CDE 1.0 Oberfläche mit Motif 1.2
- SVID (System V Interface Definition)
- Administration mit SysMan Tools in Java, X11, Curses oder CLI Interface
- Remote Installation Service (RIS)
- IPv6, IPsec, TCP/IP, SNMP, DHCP, PPP, ONC 4.2, DNS, NTP
- ATM 3.0/3.1, Slow-, Fast-, Gigabit Ethernet, FDDI, Token Ring
- LPD Druckmanager
- Windows 2000 Single Sign-On mit Kerberos, LDAP Technologie
- X/Open UNIX 98, UNIX 98 Workstation, CDE zertifiziert
- Multithreading, Shared Libraries
- POSIX, C, Bourne und Korn Shell

Dateistruktur von Tru64 Unix

/ Root-Verzeichnis
/dev, /devices Gerätedateien
/etc Konfigurationsdateien
/home, /usr/users Beinhaltet Benutzerverzeichnis
/lost+found
/mnt Mount Verzeichnis
/opt, /usr/opt, /var/opt Zusätzliche Software
/sbin Systemprogramme
/vmunix, /subsys, /sys Kernel Verzeichnis
/tmp Temporäre Dateien
/usr Anwendungsprogramme
/usr/lib, /usr/shlib Bibliotheken
/var Verschiedenes, einige Logdateien
/cluster Spezifische Dateien für Cluster-Mitgliedschaft



OpenVMS

VMS (Virtual Memory System) wurde 1976 speziell für 32-Bit Computer entworfen und auf VAX Computer sowie der PDP-11 eingesetzt. Für Alpha Systeme gibt es auch eine 64-Bit Version des Betriebssystem. DIGITAL (DEC, Digital Equipment Corporation) wurde am 25. Oktober 1977 von Ken Olsen gegründet. PDP-Systeme sowie die VAX und VMS Architektur währen ohne DIGITAL nie entstanden. Eingesetzt wird es sowohl für Mainframes, Server und Cluster als auch im Desktop Bereich. Mit Ultrix besass DIGITAL ein BSD basierendes UNIX. In den 80ern hat sich DIGITAL als Nr. 2 hinter IBM positioniert. OpenVMS wird verstärkt in den Einsatzgebieten Gesundheitswesen, CPU Fertigung, Börsen und Lotterien eingesetzt. 1996 wurden über 500.000 Installationen mit OpenVMS gezählt. Die gesamte Technologie wurde 1998 durch Compaq übernommen, 2002 übernahm HP die Firma Compaq und damit auch OpenVMS.

- SMP, Multitasking, Multiprocessing, Multiuser
- Alpha Systeme, VAX, Intel Itanium (ab OpenVMS 8.0)
- POSIX Standard
- besteht aus Code der Programmiersprachen wie Ada, DEC C, Fortran, DEC C++, uvm.
- max. 32 CPU je System, bis 96 Systeme in einem Cluster
- DCL Shell als CLI, X-11 + MOTIF GUI
- TCP/IP Protokoll
- Dateisystem: ODS-2, ISO 9660 (Read), FAT (R/W), NFS und SMB
- Dateisystem unterstützt Record Management Services (RMS)
- Java Development Kit
- Netscape Fasttrack Web Server





Versionen

Datum - Version
1982 - HP-UX 1.0 - basiert auf SVR3
1988 - HP-UX 2.0
1988 - HP-UX 3.0
1989 - HP-UX 7.0
1991 - HP-UX 8.0
1993 Nov. - HP-UX 9.04
1995 Juli - HP-UX 10.01
1996 Feb. - HP-UX 10.10 - erstmals mit CDE
1996 Aug. - HP-UX 10.20
1997 Nov. - HP-UX 11.00 - max. 32 CPUs
--- - HP-UX 11.10 - max. 128 CPUs
--- - HP-UX 11.11
--- - HP-UX 11.20 - für Intel Itanium Systeme
1988 - DEC OSF/1
1993 März - Tru64 UNIX 1.2
1994 März - Tru64 UNIX 2.0
1994 Aug. - Tru64 UNIX 3.0
1996 Juni - Tru64 UNIX 4.0
1999 Aug. - Tru64 UNIX 5.0
2000 Aug. - Tru64 UNIX 5.1
1977 - VMS Version 0.5 veröffentlicht
1978 Aug. - VMS Version 1.0 - Multiuser - ODS-1 und 2 Dateisystem
1980 April - VMS Version 2.0
1981 - VMS 2.2
1982 April - VMS 3.0
1984 Sept. - VMS 4.0
1986 - VMS 4.4
1988 Mai - VMS 5.0 - 5 Mill. Codezeilen
1989 Sept. - VMS 5.2
1990 Okt. - VMS 5.4
1991 Nov. - VMS 5.5
1992 Nov. - OpenVMS/AXP 1.0 - basiert auf VMS 5.4
1993 Juni - OpenVMS/VAX 6.0 - erstmals ISO-9660 Unterstützung
1994 April - OpenVMS/VAX 6.1 - Mai: OpenVMS/Alpha 6.1
1995 Mai - OpenVMS/VAX 6.2 - Juni: OpenVMS/Alpha 6.2
1995 Dez. - OpenVMS 7.0 VAX und Alpha - 64-bit Adressierung - I/O optimiert
1996 Dez. - OpenVMS 7.1 VAX und Alpha - 25 Mill. Codezeilen - PPP
1998 - OpenVMS 7.2 VAX und Alpha
2000 - OpenVMS 7.3 VAX und Alpha
2003 Juni - OpenVMS 8.0 Itanium
--- - OpenVMS 8.2

Weblinks

[ HP ][ openvms ]