BeOS Betriebssystem

679 Wörter [ 10 Screenshots ] [ 13 Versionen ] [ 3 Weblinks ] - Aktualisiert: 2017-03-27 Seite erstellt: 2001-10-04 [SB]



BeOS

BeOS Logo BeOS wurde ursprünglich von der Firma Be mit dem ehemaligen Apple-Mitarbeiter Jean-Louis Gasseč für einen eigenen Computertyp entwickelt, die BeBox. Sie enthält 2 PowerPC CPUs und wird maximal mit 256 Mbyte RAM bestückt. BeOS ist von Grund auf neu entworfen und enthält keine Relikte aus anderen Betriebssystemen. Ausgelegt als Single-User Betriebssystem entfaltet es durch den modernen Thread basierenden Aufbau optimale Leistungsfähigkeit auf Multi-Prozessor Systemen mit mehreren parallel laufenden Programmen. BeOS ist in seiner ursprünglichen Form zu keinen anderen Anwendungen als speziell für BeOS entwickelten kompatibel. Dieses Betriebssystem ist nur in den Sprachen Englisch, Französisch und Japanisch erhältlich.

In der neuen Version 5.0 wird erstmals eine für private Nutzungszwecke kostenlose "Personal Edition" bereitgestellt. Diese kann genauso wie die "BeOS 5 Pro Edition" als Single-OS benutzt oder von Windows aus gestartet werden. Allerdings ist die kostenlose Variante auf 512 MByte virtuelle Partition als Image Datei für die Installation und weitere Dateien beschränkt. Für die Anwendung im Netzwerkbereich steht inzwischen eine große Auswahl an Anwendungen zur Verfügung.

Update August 2001: Durch die Übernahme von Palm Inc. für 11 Millionen Dollar wird BeOS nicht mehr kommerziell weiterentwickelt. Die BeOS Community und einige BeOS Entwickler halten den Support weiterhin aufrecht.

Update März 2002: BeOS Online ist eine Anlaufstelle für BeOS- Software und stellt weiterhin die BeOS 5.0 Private Edition zum Download bereit, weltweit wurde diese von mehreren Quellen etwa 1 Million mal heruntergeladen. Basierend auf dem freigegebenen Quellcode der BeOS Personal Edition 5 ist die BeOS Developer Edition 1.0 entstanden, welche aktuelle Treiber enthält und von dem BeOS Online-Team weiterhin gepflegt wird. Im Dezember 2002 wurde die BeOS Developer Edition 1.1 veröffentlicht.

OpenBeOS (OBOS) wurde 2001 zur offiziellen Fortsetzung von BeOS als OpenSource Projekt gegründet. Seit 2004 wird das Betriebssystem unter dem Namen Haiku weitergeführt.

Ein weiteres Projekt ist die kommerzielle Zeta Distribution von der Firma yellowTAB, später magnussoft. Es handelt sich um eine weiterentwickelte BeOS PE Version mit SourceCode aus dem OpenBeOS Projekt. Das Betriebssystem wird seit April 2007 nicht mehr weitergeführt.

BlueEyedOS bildet die Features und die Oberfläche aus OpenSource Software nach. BeOS APIs wurden neu geschrieben, so das BeOS Programme lauffähig bleiben. Als Basis dient ein Linux Kernel und der XFree86 Server für Grafikfunktionen. Auf der Website www.blueeyedos.com steht ein ISO mit der Demo Version zum Download bereit.

Das Beos-Derivat eB-OS (Extender Beos Operating System) basiert auf der BeOS Personal Edition 5.0.3, aktuellem Haiku Code, BeOSMax 3.1, BeOS Developer Edition 2.1 sowie Treibern und Anwendungen von www.bebits.com. Die letzte Version ist eB-os 1.1 beta auf einer bootfähigen CD-ROM.

BeOS Anwendungsgebiet

BeOS ist optimal für den Umgang mit großen Datenmengen ausgelegt. Deswegen eignet es sich hervorragend für Multimedia-Anwendungen wie Video und Audio Processing sowie Raytracing. Durch seine strukturbedingte kurze Reaktionszeit von 250 Microsekunden zwischen einzelnen Threads eignet es sich besonders für zeitkritische Aufgaben wie die Aufnahme von Videos in Echtzeit. Der Zugriff auf Dateien selbst über die entsprechenden Schnittstellen dauert unter 10 Millisekunden, abhängig von der verwendeten Hardware. BeOS ist besonders Plug&Play fähig, nach dem Einbau neuer Hardware muss nur der entsprechende Treiber in das "/boot/home/config/" Verzeichnis kopiert werden und schon ist der Treiber installiert. Das Objektorientierte Design erlaubt es weiterhin, ohne kompletten Neustart den Treiber zu aktivieren. Während des Betriebes wird nur die Mediakomponente in wenigen Sekunden neu gestartet.

BeOS Strukturinformationen

unterstützt POSIX
CLI: bash Shell, GUI: Tracker
JFS Unterstützung
Read/Write FAT16/32, Read ext2fs und NTFS/5, HFS, UDF(DVD) und ISO-9660(CD)
Weboptimiert, Integrierter GNU Compiler,
OpenGL wird unterstützt
Mikrokernel
präemptives Multi-Tasking
Interne Client-Server Architektur
Server: Dienste des Betriebssystems
Clients: Anwendungsprogramme, welche die Betriebssystemdienste nutzen
Geschützte Speicherbereiche
Virtueller Speicher
Objekt-Orientiertes Design
Max. Dateigröße 18 Millionen TByte
Pervasive Multi-Threading Architektur (Betriebssystem ist in kleine Threads eingeteilt, die optimal von mehreren CPUs profitieren)

BeOS Systemumgebung

x86 CPUs oder PowerPC (bis Release 5.03)
benötigt mind. 32MByte RAM
64-Bit Betriebssystem
befs 64-Bit JFS Dateisystem, R/W HFS, VFAT, FAT
Symmetrisches Multiprocessing (SMP)
Multiprozessor fähig (bis 16 CPUs)
Nicht als Server oder für Multiuser Support ausgelegt



Screenshots

BeOS Betriebssystem Screenshot 1BeOS Betriebssystem Screenshot 2BeOS Betriebssystem Screenshot 3BeOS Betriebssystem Screenshot 4
BeOS 4.5BeOS 4.5 Bootvorgang5.0 - BeOS Copyright und Systeminfo's5.0 - ausgereiftes Multi-Threading sorgt für optimale Leistungsfähigkeit
BeOS Betriebssystem Screenshot 5BeOS Betriebssystem Screenshot 6BeOS Betriebssystem Screenshot 7BeOS Betriebssystem Screenshot 8
5.0 - BeOS NetPostive Browser und EMail Client5.0 - Schneller Kopiervorgang dank modernem Dateisystem5.0 - Über den Tracker (rechts oben) gelangt man in das Programmverzeichnis und die Systemeinstellungen5.0 - Festplatten Manager mit umfangreichen Optionen
BeOS Betriebssystem Screenshot 9BeOS Betriebssystem Screenshot 10
BeOS 5.03- Copyright und TrademarkModerner Systemaufbau, der ohne Beachtung von Altlasten hohe Performance garantiert

Versionen

Datum - Version
1996, Jan. - BeOS Dr 6 (Developer Release)
1996, April - BeOS Dr 7 (Developer Release)
1996, Sept. - BeOS Dr 8 (Developer Release)
1997, Mai - BeOS Preview Release
1998, März - BeOS 3.0 x86 Version
1998, April - BeOS 3.0 PowerPC Version
1998, Juni - BeOS 3.1,
1998, Juli - BeOS 3.2, bessere Hardwareunterstützung (SCSI), ca. 800 Softwareprodukte verfügbar
1998 Nov. - BeOS 4.0 read/write für FAT 16/32, für PCs und Macs, Performance optimiert und Hardware kompatibilität verbessert
1999 - BeOS 4.1 Integration des Pentium III Befehlssatzes SIMD
1999 Juni - BeOS 4.5
2000, März - BeOS 5.0, für Privatanwender kostenlos, benötigt 500 MB Festplattenspeicher; NTFS, Firewire und PCMCIA Unterstützung
(war) geplant - BeOS 6.0 Netzwerkumgebung BONE, mit Office GoBe

Weblinks

[ BeGroovy ][ blueeyedos ][ beosmax.org ]