Inferno Betriebssystem

399 Wörter [ 9 Screenshots ] [ 1 Versionen ] [ 1 Weblinks ] - Aktualisiert: 2019-10-18 Seite erstellt: 2004-10-24 [SB]

 


Inferno

Inferno wurde als Nachfolger des Betriebssystem Plan 9 mit Hilfe von Dennis Ritchie und Ken Thompson sowie anderen Mitarbeitern im Bell Labs Computing Sciences Research Center in New Jersey, USA ab 1995 entwickelt. D. Ritchie und K. Thompson haben zuvor bereits das Unix Betriebssystem entworfen. Inferno ist ein eigenständiges, skalierfähiges Netzwerk-Betriebssystem das aber auch als Gast unter einem anderen Host wie Windows NT/2000/XP, FreeBSD, Irix, Linux, MacOSX, Plan9 und Solaris benutzt werden kann. Als Architektur wird Intel x86 (ab 386), Intel XScale, IBM PowerPC, ARM StrongARM (ARM und Thumb) sowie Sun SPARC unterstützt. Die Systemsoftware benötigt mindestens 1 MByte RAM und ROM, unterstützt dynamische Module, Unicode und ist im vollem Quelltext mit der Lizenzvereinbarung erhältlich. Anwendungen können vereinfacht auf Geräte wie Audio, Ethernet, Grafik, Touchscreen, USB und auch WLAN (802.11b) zugreifen. Ebenso ist Inferno als Plug-In im Internet Explorer ab der Version 4.x einsetzbar.

Inferno eignet sich optimal für verteilte, von der Architektur unabhängige Netzwerk-Anwendungen auf z.B. Internet Terminals. Der Kernel mit präemptiven Scheduler wurde in C programmiert, die höheren Schichten und gemeinsam von Anwendungen genutzten Libraries sind in Limbo geschrieben. Mitgeliefert wird eine komplette Entwicklungsumgebung mit programmierbarer Shell, Unix-ähnlichen Tools und ein Webbrowser. Die Programmierung unter Limbo ist syntaktisch ähnlich zu C. Mit Spezialisierung auf die Erstellung von Netzwerkanwendungen erstellt der Limbo-Compiler unabhängigen Quellcode für die verschiedensten Architekturen. Dieser Quellcode wird zur Laufzeit in der Inferno Virtual Machine interpretiert oder aus Performance Gründen vorher JIT (Just In Time) kompiliert.

Das Styx-Protokoll bildet über eine gesicherte Kommunikation alle Ressourcen als Datei im Dateisystem ab, egal ob diese lokal oder remote vorliegen. Dazu zählen Speichergeräte, Prozesse, Dienste und Netzwerkverbindungen. Per Namespaces werden alle Ressourcen und Dienste in unverwechselbaren adressierten Namen für Anwendungen gespeichert. Diese leiten auf die realen Ressourcennamen weiter. Der definierte Namespace ist von jedem Netzwerkclient nutzbar oder verteilt auf mehrere Server übertragbar. Sicherheit wird über verschiedene Mechanismen auf der Ebene von Datenverbindungen, der Kontrolle von Ressourcen und System-Integrität realisiert. Zu den unterstützten Algorithmen zählen IDEA, 56-Bit DES, 40-, 128- und 256-Bit RC4 Verschlüsselung sowie MD4, MD5 und SHA Hash Funktionen.

1996 wurde Vita Nuova in York, England von Lucent Technologie (gehört zu Bell Labs) gegründet. Der Name "Vita Nuova" bedeutet soviel wie "Neues Leben". Das neue Unternehmen kümmert sich exklusiv um den Verkauf, Support und die Entwicklung des kommerziellen Betriebssystem Inferno. Außerdem ist es der einzige Plan 9 Distributor. Am 1. März 2000 erfolgte die Umbenennung in Vita Nuova Holdings Limited.

 


Screenshots

Inferno Betriebssystem Screenshot 1Inferno Betriebssystem Screenshot 2Inferno Betriebssystem Screenshot 3Inferno Betriebssystem Screenshot 4
4th Edition - Inferno, Installationsanwendung4th Edition - Installation auf einem Gast-system benötigt 138 MByte4th Edition - Liste mit Hilfsprogrammen4th Edition - EMU.EXE repräsentiert unter dem Gast-system die virtuelle Umgebung
Inferno Betriebssystem Screenshot 5Inferno Betriebssystem Screenshot 6Inferno Betriebssystem Screenshot 7Inferno Betriebssystem Screenshot 8
4th Edition - Fenstermanager4th Edition - Assembler und Limbo Tools4th Edition - Limbo Sourcecode4th Edition - Charon als Internet Browser
Inferno Betriebssystem Screenshot 9
4th Edition - Charon mit weiterer Website

Versionen

Datum - Version
2007 Okt. - Inferno 4th Edition

Weblinks

[ vitanuova ]